Partnerschaft Obbach - Mölln
    *   freundschaftlich verbunden seit 1980
    **   Zwei Gemeinden gehen ein Stück des Wegs miteinander
    ***   Unterfränkische und mecklenburgische Christen begegnen sich
Seit 1980 besteht eine Partnerschaft zwischen der Evang.-Luth. Kirchengemeinde und einer Evang.-Luth. Kirchgemeinde in Mecklenburg. 1980 hatte die Partnerschaft begonnen. Damals hieß die Kirchgemeinde "Kastorf" - ca. 15 km nordwestlich von Neubrandenburg. Neben dem Namen gebenden Dorf gehörten die Dörfer Rosenow, Galenbeck, Goddin und Knorrendorf zur Kirchgemeinde. Später kam diese Kirchgemeinde fast komplett zur Nachbargemeinde Moelln dazu.

 

Wie hatte alles angefangen?

Ende der 70er Jahre hatte es verstärkt Bemühungen gegeben, die Landeskirchen in der damaligen DDR durch Partnerschaften zu stärken und zu unterstützen. Auf der Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war vereinbart worden, dass die bayerische Landeskirche die Kontakte mit der mecklenburgischen Landeskirche intensivieren soll.

Im Oktober 1979 fuhr der frühere Obbacher Pfarrer Karl Meyer zu einem konspirativen Treffen nach Ostberlin. Es ging darum, Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden anzubahnen. Die Kirchgemeinden in der DDR sollten Hilfe erfahren: ganz greifbar durch materielle Unterstützung, aber auch durch Gedankenaustausch, persönliche Kontakte und das gegenseitige Gebet.  Obbach hatte zunächst eine andere mecklenburgische Kirchgemeinde zugeteilt bekommen, war dann aber an Kastorf gewiesen worden.

Im September 1980 begann der Briefwechsel zwischen Pastor Ewert und Pfarrer Meyer. Die Briefe aus Kastorf sprechen eine deutliche Sprache: Das Giebel des Pfarrhauses war abgesackt und alle Nachbarpfarrer sowie etliche Jugendliche machten mit, als der Giebel neu aufgemauert wurde. Pastor Ewert benötigte dringend Reifen für seinen Trabi, um die Gemeindeglieder in den Außenorten zu besuchen. Es fehlt an Bastelmaterial und Altarkerzen, die Kastorfer Kirche hat Schäden am Dach. Elektroheizgeräte für Galenbeck und Goddin werden dringend benötigt.
Ab und an können ältere Gemeindeglieder aus Kastorf nach Obbach zu Besuch kommen. Es entwickeln sich nach und nach persönliche Verbindungen.

Als Pastor Ewert 1987 in den Westen ausreiste, waren nicht nur die Kastorfer enttäuscht. Seine Kinder aber hätten in der DDR nicht studieren können, und so sah er in der Ausreise die einzige Chance, seinen Kindern eine gute Zukunft bieten zu können.

1988 trat Pastor Dirk Heske seinen Dienst in Kastorf an. Ein Jahr zuvor hatte Wolfgang Brändlein die Obbacher Pfarrstelle übernommen. Zwischen den beiden kam es dann sofort zu einem regen Gedankenaustausch per Brief.

 

Grenzöffnung - Wiedervereinigung - intensive Begegnungen

Dass sich ein Jahr später der eiserne Vorhang öffnen würde, hatte damals manch einer wohl gehofft, aber doch nicht zu träumen gewagt. Im November 1989 wurde das Unvorstellbare dann doch wahr. Damit taten sich ganz neue Möglichkeiten für die Partnerschaft auf.
Im Juli 1990 kam es dann zu einem ersten größeren Gemeindebesuch: 15 Personen waren für ein paar Tage in Obbach und Kützberg und feierten den alljährlichen Gemeindetag mit. Auf dem Besuchsprogramm stand eine Besichtigung von Schweinfurt und eine Fahrt nach Volkach. Der Obbacher Kindergarten wurde besichtigt, eine Andacht zusammen gefeiert, ein Abend der Begegnung erlebt.

In den folgenden Jahren kam es hin und her etlichen zu Besuchen. Unvergessen ist die Paddeltour, die 1992 auf der Mecklenburgischen Seenplatte stattfand und an der neben den beiden Pfarrern auch sieben Jugendliche aus Obbach, Sömmersdorf, Hain und Poppenhausen, aber auch vier Jugendliche aus Kastorf und Rosenow teilnahmen.

Durch Wechsel der Pastoren, aber auch durch die Veränderungen der Kirchgemeinde (Zusammenlegung von Kastorf und Mölln) flaute der Kontakt dann einige Jahre ab. Erst nachdem zwei Kirchenvorsteher am Reichstag in Berlin "zufällig" eine Gemeindegruppe aus Mölln entdeckten und die neue Pastorin auch dabei war, wurden die alten, gute Beziehungen wieder intensiviert.

2003 und 2004 wurden wieder Gemeindefahrten nach Mölln unternommen. 2005 kam eine 8-köpfige Delegation von dort nach Obbach. 
In den Pfingstferien 2006 machte sich eine Jugendgruppe auf den Weg nach Mölln und erlebte unter der Leitung von Johannes Hofmann und Gerhard Spengler dort eine tolle Zeit.

Immer wieder erstaunlich: Obwohl viele sich vorher überhaupt nicht oder kaum kannten, waren die Begegnungen in all den Jahren sehr intensiv. Man spürte viel von der Verbundenheit durch die Glauben und lernte viel von einander.

 

Wie geht es mit der Partnerschaft weiter?

Wir sind guter Dinge und hoffen, dass die Partnerschaft auch weiterhin mit Leben erfüllt wird. Nachdem der Kirchenvorstand im Oktober 2006 gewählt wurde, soll im Frühjahr 2007 auch der KV-Ausschuss "Partnerschaft Obbach - Mölln" personell neu besetzt werden. Möglicherweise machte sich 2007 wieder eine Gemeindegruppe auf den Weg nach Mecklenburg. Wir sind guter Dinge!

 

Einweihung der renovierten Tarnower Kirche am 01.10.2006

Die frisch renovierte Kirche in Tarnow wurde am 01.10.2006 nach 3-jähriger Bauphase mit einer Andacht eingeweiht und wieder seiner Bestimmung übergeben. Diese Kirche ist eine bauliche Kostbarkeit, denn sie ist die einzige Rundbaukirche Mecklenburg-Vorpommerns in Fachwerkständerbauweise mit Backsteinausfachung. Von den 110.000 EUR, die diese Baumaßnahme gekostet hat, hat die Kirchgemeinde Mölln 21.000 EUR an  Eigenmitteln getragen, die wiederum vom Frauenkreis der Kirchgemeinde durch den Verkauf eines Kochbuches aufgebracht wurden. 

Ein >>> Zeitungsartikel, der im Nordkurier am 02./03.10.06 erschien, berichtet von dem Einweihungsfest und dem Hintergrund der Maßnahme. Sie können ihn >>> hier herunterladen.

 

Strukturveränderungen in Mecklenburg

Gottfried Zobel, der Propst und zur Zeit mit der Kasualvertretung beauftragte Pastor, schreibt in einer Mail (06.12.2006):

"Ja, es ist so, dass ich zunächst vorübergehend für die Kirchgemeinde Mölln als Kurator zuständig bin. Allerdings ist nur die Kura vorübergehend, denn ab 1.1.2007 werden sich die Kirchgemeinden Breesen und Mölln verbinden und ich werde Pastor für beide Kirchgemeinden sein. Am 21.1.2007 wird es dazu einen gemeinsamen Gottesdienst geben, zu dem auch unsere Landessuperintendentin Ch. Körner da sein wird. 
Der Strukturwandel hat unsere Propstei zur Zeit sehr im Griff. Das parochiale Prinzip ist bei uns jetzt in Auflösung begriffen, denn wir sind unterdessen weniger Pastoren und Pastorinnen als Kirchgemeinden. Die Tendenz ist weiter sinkend, so dass Gemeindegrenzverschiebung (so wurden die Probleme bisher gelöst) nicht mehr greifen. Es ist eine spannende Zeit und trotz aller Schwierigkeiten erlebe ich sie als hoffnungsvoll - in vielen Gesprächen mit Kirchenältesten erlebe ich eine Aufbruchsstimmung. Zum Glück sind wir nicht allein auf dem Weg, DER der uns leitet, weiß wozu wir diese Situation notwendigerweise brauchen."

Wir wünschen den Partnern in Mecklenburg von Herzen Kraft und Gottes Segen, um die vielfältigen Veränderungen zu bewältigen!

 

http://www.dreikirch.de   Drei Kirchen Förderverein Rosenow - Schwandt - Tarnow e.V.
Die drei Kirchen gehören zu unserer Partnergemeinde, der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Mölln. Auf der Homepage heißt es: 

"Unser Verein ist aus einer Initiative des Frauenkreises der Kirchgemeinde Mölln in Mecklenburg entstanden. Unsere drei Kirchen gehören zu der Gemeinde Mölln. Anfang 2004 ergab sich über eine Möglichkeit die Chance, für die Sanierung der Dorfkirche in Tarnow, Kontakt zur Rudolf - August - Oetker Stiftung aufzubauen. Im Frühjahr 2004 stellte Frau Bettina von Wahl die "Idee Kochbuch" im Frauenkreis vor, welche dann, unter Mithilfe des Dorfvereins Tarnow und örtlicher Firmen, verwirklicht wurde. Um die Initiative weiter am Leben zu erhalten und ihr eine Form zu geben wurde die Idee zur Gründung unseres Vereines geboren. Am 1.September 2005 wurde der Drei Kirchen Förderverein Rosenow - Schwandt -Tarnow e.V. von 15 Mitgliedern aus der Taufe gehoben. Unsere Mitglieder sind engagierte Menschen mit und ohne Kirchenzugehörigkeit.
Vereinszweck ist es, die Kirchgemeinde Mölln beim Erhalt der Baudenkmäler zu unterstützen. Wir wollen das kulturelle Erbe in unseren Dörfern annehmen, erhalten und mit Leben erfüllen. Der Weg dort hin ist also ein weiteres Ziel - die kulturelle Bereicherung unseres Dorflebens. Mit dem dem Erlös aus Lesungen, Konzerten oder Feiertagsveranstaltungen und dem Einwerben von Spendengeldern, werden wir einen Teil der finanziellen Mittel für die Kirchensanierung beschaffen."

Auf der Homepage findet man etliche Fotos und Informationen zu den drei Kirchen. 

Dass die frisch renovierte Kirche in Tarnow am 01.10.2006 wieder eingeweiht werden konnte, war auch ein Verdienst dieses Vereins. >>> Hier können Sie den Zeitungsartikel zu diesem freudigen Ereignis nachlesen.

http://www.probsteiseiten.de/index.html  Homepage der Evang.-Luth. Propstei  Penzlin-Stavenhagen. Zu dieser Propstei (entspricht in etwa einem sehr kleinen Dekanat in Unterfranken) gehört die Kirchgemeinde Mölln. Die Informationen sind gerade nicht sehr aktuell.