Christliche Symbole und biblische Bezüge auf den Grabsteinen des Obbacher Friedhofs

 6.

 "...der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen..." 
 Der Grabstein von Georg Korn
"Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 
sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht."

- Psalm 1  - 

Auf dem Grabstein von Georg Korn ist in einem Kreisausschnitt ein Baum angebracht. Der Baum ist in vielen Kulturen ein oft gebrauchtes Symbol. Es steht für Wachstum und die Kraft der Natur, aber auch für Alter und Weisheit. 

In Psalm 1 ist der Baum vor allem ein Gleichnis für Menschen, die Gott vertrauen. Sie sind im Glauben verwurzelt und beziehen Kräfte daraus. So schnell wirft sie nichts um. Mit ihren langen Wurzeln reichen sie an weiter entfernte Nahrung heran, wenn das Leben einmal unwirtlich wird. Und weil der Baum am Bach gepflanzt ist, hat er alles, was er braucht und entwickelt sich gut. Soll heißen: Der Glaube ist eine große Kraft, die Menschen zum Leben hilft. 

Alle Bäume tragen in irgendeiner Weise Früchte. Auch darin sind sie ein gutes Bild: Auch unser Leben soll Früchte für andere hervorbringen.

 Auf dem  Grabstein von Georg Korn ist der Baum mit einem Vers aus einem anderen Psalm in Verbindung gebracht. 
"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat." (Psalm 121)

Georg Korn war ein naturverbundener Mensch. In der Schöpfung hat er viel Freude erlebt. Oft gehören Bäume und Berge zusammen.

 

"... der ist wie ein Baum..."
Der Baum als Hoffnungszeichen, als Zeichen für das Leben, das stärker ist als der Tod. 


In seiner Beerdigungspredigt 
sagte Pfarrer Wolfgang Brändlein: 

"Ein Psalm wie gemacht für Georg Korn, der es nicht lange im Haus aushielt und hinaus strebte. Wenn der Blick über die Hügel streift, wenn angesichts der Schöpfung das eigene Leben einem klein vorkommt, auch dann stellt sich die Frage nach dem inneren Halt, nach dem, was trägt. Der 121. Psalm ist ein Wallfahrtslied Israels. Wenn Gläubige nach Jerusalem gepilgert sind und im schroffen judäischen Bergland unterwegs waren, dann haben sie auch diesen Psalm auf dem Weg gesungen und gebetet. Und wir beginnen mit eben diesen Worten fast jeden Sonntagsgottesdienst und erinnern uns gegenseitig daran, woher wir Hilfe bekommen: "Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn" – "der Himmel und Erde gemacht hat." 
Er trägt uns in all den Jahren unseres Lebens. Er trägt uns mit unseren Stärken und Schwächen. Er trägt uns mit unserem Einsatz für andere Menschen, aber auch mit unserem oft eingeschränkten Blick auf uns selber.
Er trägt uns und erhält unser Leben. Und oft genug bewahrt er uns vor Unfall und Gefahr. Oft genug hilft er, dass die Dinge sich zum Guten wenden, dass das gemeinsame Leben gelingt, dass eine Krankheit überwunden wird. Oft genug."

 
Der Grabstein befindet sich im neuen, oberen Teil des Friedhofs - unweit des Leichenhauses.