Christliche Symbole und biblische Bezüge auf den Grabsteinen des Obbacher Friedhofs

 5.

 "Die Liebe höret nimmer auf" 
 Der Grabstein von Pfarrer Georg Andreas Heunisch
"Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."

- Aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 13  - 

Georg Andreas Heunisch war von 1884 bis 1902 Pfarrer in Obbach - "königlicher Pfarrer", wie die Inschrift seines Grabsteins betont. In seine Amtszeit fiel der Bau des neuen Pfarrhauses. "Die Liebe höret nimmer auf!" Oder wie die Luther-Übersetzung (in der Revision von 1984) wiedergibt: "Die Liebe hört niemals auf."
Es ist eine zunächst ganz und gar menschliche Hoffnung, dass die Liebe sich stärker als der Tod erweisen möge. Wenn es nur um die Liebe unter Menschen ginge, dann würde sich diese Hoffnung immer wieder als irrig erweisen. Menschen, die einander lieben, müssen voneinander Abschied nehmen, und selbst die größte Liebe kann nicht verhindern, dass ein lieber Menschen sterben muss.
Im sogenannten "Hohenlied der Liebe" (1.Kor.13) geht's noch um mehr. Paulus schreibt von dem, was hinter aller menschlicher Liebe steckt - von der göttlichen und ewigen Liebe.
Die Liebe Gottes ist stärker als der Tod. Sie hat Jesus festgehalten, als er am Kreuz von Golgatha starb. Gott hat JA zu Jesus gesprochen und ihn vom Tod auferweckt.
Seither dürfen glaubende Menschen wissen, dass nichts und niemand sie von Gott und seiner Liebe trennen kann. Der Tod nicht, Schicksalsschläge nicht, auch Menschen und Mächte nicht.
"Die Liebe höret nimmer auf!" Wir können unsere Toten der Liebe Gottes anvertrauen. Das macht das Abschiednehmen nicht leicht, aber leichter. Unsere Verstorbenen sind bei Gott in guten Händen. Sie sind in Gottes Liebe geborgen. Sie sind uns vorausgegangen auf dem Weg zu unserem ewigen Zuhause.
 

 

 

 

"Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."

Paulus
Römer 8 in Auswahl

Rückseite des Kreuzes, das auf dem Grabstein steht.
Der Grabstein befindet sich im alten (unteren) Teil des Friedhofs - im oberen Drittel (von unten her kommend) links direkt neben dem Hauptgang. In der Nähe ist auch das Grab von Pfarrer Friedlein (Nr. 3).