Christliche Symbole und biblische Bezüge auf den Grabsteinen des Obbacher Friedhofs

 4.

"Das Weizenkorn, das in die Erde fällt..." 
 Der Grabstein von Karl Brändlein
"Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. 
Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! 
Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen."

- Aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 12  - 

Es ist eines der ermutigendsten Bilder der Bibel: Das Weizenkorn, das in die Erde fällt, löst sich zwar auf und "erstirbt". Aber aus diesem einen Weizenkorn entsteht doch ein neuer Halm mit vielen Weizenkörner daran. Es bringt "viel Frucht".

Der Evangelist Johannes überliefert uns dieses Bildwort, mit dem Jesus sein bevorstehendes Sterben deutet.
Er muss bald sterben. Die dunklen Wolken der Kreuzigung haben sich über seinem Kopf schon zusammengezogen.
Und trotzdem wird sein Tod nicht sinnlos sein. Aus seinem Tod wird sogar neues und unzerstörbares Leben für viele Menschen hervorgehen.

Dies bedeutet Hoffnung für alle, die zu Jesus gehören. Der Tod ist seit Jesu Tod und Auferstehung nicht mehr nur Niederlage und Zerstörung. Christus öffnet uns die Türe zu einer guten Zukunft.
Für unser Verständnis des Todes kann dies eine unmittelbare   Bedeutung haben: Der Tod ist nicht allmächtig. Er kann uns nicht festhalten, weil Gott stärker als der Tod ist. Wenn wir sterben, dürfen auch wir uns als Weizenkörner verstehen. Unser Leib wird wirklich vergehen. ("Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zu Staube."). Gott aber wird auch uns zu einem neuen Leben erwecken. Dies dürfen Christen hoffen und glauben.  Dann ist der Friedhof nicht mehr nur eine Stätte des Todes und der Vergänglichkeit. Er ist dann auch Gottesacker.
Hier liegen Menschen begraben und das, was uns von ihnen übrig geblieben ist, vergeht. Gott aber möge sie auferwecken und ihnen einen neuen Leib schenken.

Davon schreibt Paulus im 1. Korintherbrief: 

"Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib.
So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib."
(1.Kor. 15, 35-49 in Auswahl)