Christliche Symbole und biblische Bezüge auf den Grabsteinen des Obbacher Friedhofs

 2.

"Christus der Auferstandene (Auferstehende)" 
 Der Grabstein von Wilhelm und Anna Deubel
"Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot."

- Evangelium nach Matthäus, Kapitel 28, 1-4 - 

Auf dem Grabstein von Wilhelm und Anna Deubel ist der auferstandene Christus dargestellt. Genauer gesagt ist es der "Auferstehende". Wie in der klassischen christlichen Kunst ist Christus gerade im Begriff, aus dem Grab zu steigen, in das ihn Gewalt, Feigheit und Engstirnigkeit der Menschen gebracht haben. 

In der rechten Hand hält er einen Stab mit einem Kreuz. 
Die mittelalterlichen Vorbilder zeigen an dem Stab des Auferstandenen oft noch eine kleine flatternde Fahne. Es ist die Siegesfahne Christi, der den Tod überwunden hat. 

Aber auch ohne diese Fahne hat die Haltung Christi etwas triumphierendes an sich.


"Jesus lebt, mit ihm auch ich" heißt es in einem österlichen Lied. In der Auferstehung Christ liegt die Hoffnung begründet, dass auch die, die ihm vertrauen, einmal ein neues, unverwesliches Leben geschenkt bekommen werden. 

Insofern ist Christus der "Erstling einer neuen Schöpfung", wie der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther schreibt: "Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind." 
Soll heißen: Was Gott mit der Auferweckung Jesu Christi begonnen hat, ist der Auftakt zu etwas Neuem. Christus ist der Erstgeborene - und wir dürfen die Nachgeborenen sein, die auf den göttlichen Sieg über  den Tod hoffen dürfen. 

 

 

 

 

 

 

Seine Hand ist mit segnender Gebährde dargestellt. Auch hier greift der Grabstein auf mittelalterliche Vorlagen zurück.

Aus dem Gesicht des Auferstandenen spricht majestätische Gelassenheit. Er hat sein Werk vollbracht - nicht nur am Kreuz von Golgatha. Das Ziel seines Lebens ist erreicht. "Er hat uns zum Leben wiederbracht" jubelt ein altes Osterlied. 
Zu finden ist das Grab von Wilhelm und Anna Deubel  im alten (unteren) Teil des Friedhofs - in der rechten Hälfte.